Aktuelles

Paulschule: Falsches Spiel mit Roger Rabbit

(20.05.2014) Mit vielerlei Tricks versucht die Stadtverwaltung und die
Mehrheitsparteien, SPD und ebenso die CDU, ihre mit dem
Schulentwicklungsplan angekündigte Schließung der Paulschule
durchzusetzen. Die Paulschule muss weichen, damit die
Willy-Brandt-Gesamtschule mehr Platz bekommt. Die stichhaltigen
Argumente der Schulpflegschaft [-> hier] werden einfach weggewischt.
Bereits jetzt werden bauliche Massnahmen ergriffen, die nur in diesem
Zusammenhang zu interpretieren sind, übrigens ohne dass hierzu eine
endgültige Entscheidung gefallen ist. Eltern und Kollegium werden
hingehalten und im Unklaren gelassen. Dies kann nur bedeuten, dass die
Entscheidung bereits heimlich gefällt wurde und man sich vor der
Kommunalwahl nicht traut, sie öffentlich zu machen. Die SPD im Eigen
signalisiert den Eltern Solidarität, wohlwissend, dass ihre Partei
hinterrücks die Schule dicht macht. Wir halten die Argumente der Eltern
der Paulschule für überzeugend, dass das Gebäude der Paulschule besser
geeignet ist, die neue mit der Rheinbabenschule vereinigte Grundschule
aufzunehmen. Doch ihr wird nun die räumliche Nähe zur
Willy-Brand-Gesamtschule zum Verhängnis.

Nach unserer Auffassung besteht die angebliche Raumnot der
Willy-Brand-Gesamtschule gar nicht. Die Fläche pro Schüler ist auch
nicht unbedingt kleiner, als bei den Gymnasien. Zudem wird auch an der
Willy-Brand-Gesamtschule der demografische Wandel, also der bereits
sichtbare Geburtenrückgang, nicht spurlos vorrübergehen. Dennoch wollen
wir uns einer Lösung für die Willy-Brand-Gesamtschule nicht verweigern.
Wir schlagen daher vor, die Willy-Brand-Gesamt-Schule mit der
schwächelnden Janusz-Korczak-Gesamtschule zusammenzulegen. Die
Räumlichkeiten der JKG könnten dann z.B. als Oberstufenzentrum dienen.
Mit diesem Konzept könnte man – mit etwas gutem Willen – das Raumproblem
der WBG lösen, die JKG retten und dem Kollegium dort eine sichere
Perspektive bieten und man müsste die gut funktionierende und beliebte
Paulschule nicht auflösen.

Hierfür werden wir uns einsetzen. (jf)

Paulschule: Offener Brief an die Bottroper Parteien

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Schulpflegschaft der Paulschule, wenden uns erneut an Sie. Nach ersten positiven Annäherungen zwischen der Paul- und der Rheinbabenschule, um einen guten, gemeinsamen Neuanfang für die neue Grundschule auf dem Eigen zu starten, ist die Standortfrage immer noch offen.

Nach den Erfahrungen des letzten Jahres haben wir oftmals den Eindruck gewonnen, dass trotz guter Argumente für den Erhalt des Standortes der Paulschule, wir leider wenig Gehör gefunden haben. Nach wie vor sind wir der Auffassung, dass der Standort Paulschule aufgrund vielerlei Vorzüge überzeugt.

Uns bleibt nach wie vor unverständlich, dass eine große und gesunde Schule, die nicht wie viele andere Grundschulen Bottrops um ihre Schülerzahl bangen muss, lediglich ihrer Standortnähe zur Willy-Brandt-Gesamtschule zum Opfer fällt. Etliche Kriterien, die für die Schließung anderer Grundschulen angewendet werden, treffen für die Paulschule nicht zu.

Die Schließung bleibt für uns nicht nachvollziehbar, denn die Paulschule

  • ist eine der größten Grundschulen Bottrops
  • stellt räumlich den größten Ganztag in Bottrop
  • hat eine eigene Turnhalle.

Die Paulschule besticht durch ihre zentrale Lage im Eigen, zudem ist sie die Schule, die nach Schließung der Agathaschule und der Albert Schweitzer-Schule die beste Erreichbarkeit für die Grundschüler bietet. Bildungspolitik fängt bei den Kleinsten an, „Kurze Beine, Kurze Wege“ sollte daher kein leeres Wahlversprechen bleiben. Durch längere Schulwege erhöht sich die Anzahl der Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen deutlich, damit natürlich auch die Unfallgefahr vor den Schulen. Warum sollen es die Kleinsten sein, denen längere Schulwege zugemutet werden?

Die Paulschule ist aufgrund ihrer Raumkapazität durchaus in der Lage eine dreizügige Schule zu bilden. Auch dies ist ohne hohen zusätzlichen Aufwand problemlos zu gewährleisten.

Wir empfinden die Darlegung der Vor- und Nachteile beider Schulen als ungleichgewichtig. So liegt in der Beschlussvorlage für den Schulentwicklungsplan der Stadt Bottrop vom 21.03.2013 das Augenmerk hauptsächlich auf den Vorzügen der Rheinbabenschule.

Im Rahmen der Klärung der Aufnahme der Raumsituation beider Schulen wurde für die Rheinbabenschule intensiv nach Lösungen für mögliche Mängel gesucht, wohingegen es bei der Paulschule bei der Zusammenfassung der vorhandenen Kapazitäten blieb. Als Beispiel wurden die Räumlichkeiten des Ganztages der Paulschule außen vor gelassen.

Der Platzbedarf des offenen Ganztags wurde in die Betrachtung nicht einbezogen. Wobei deutlich ist, dass die Paulschule hier eindeutig größere Kapazitäten hat.

Ein weiterer Standortvorteil ist die eigene Turnhalle an der Paulschule. Für die Schüler entfallen die Fahrtzeiten zum Sportunterricht, so dass die ganze Zeit zur Unterrichtsgestaltung genutzt werden kann. Dass durch die Fahrt zur Turnhalle weitere Kosten entstehen, versteht sich von selbst. Die Turnhalle vor Ort ermöglicht einzelne Sportstunden, die gerade den Schulanfängern einen durch Bewegung aufgelockerten Unterricht ermöglichen.

Uns stellt sich jedoch die Frage, ob in der Betrachtung der Gesamtsituation die große Turnhalle der Paulschule ihr zum Nachteil gereicht. Es macht stutzig, dass die hohe Priorität der Erweiterung der Turnhalle der Willy-Brandt-Gesamtschule nicht mehr aktuell zu sein scheint. An dieser Stelle sei erlaubt zu fragen, ob die Einsparung der Erweiterung etwas mit der möglichen Entscheidung gegen den Standort Paulschule zu tun hat?

Des Weiteren erklärt sich uns nicht, dass alle Bottroper Schulen unter dem Rückgang der Schülerzahlen leiden, die Willy-Brandt-Gesamtschule hingegen von diesem demographischen Wandel ausgenommen scheint. Der zweiten großen Gesamtschule, Janusz-Korczak-Gesamtschule, wurden aus Schülermangel weitere Züge gestrichen. Erhebliche Aufnahmekapazitäten werden somit nicht genutzt und verschenkt. Bei gleichmäßiger Auslastung beider Gesamtschulen entstünde kein Platzmangel an der Willy- Brandt- Gesamtschule. Offensichtlich gibt es in Bottrop keinen Mangel an Gesamtschulplätzen, trotzdem ist dies der einzig stichhaltige Grund für die Aufgabe des Standortes Paulschule. Warum kapituliert die Verwaltung vor dem Auslastungsproblem der vorhandenen Gesamtschulen?

Bei unserem Anliegen, den Standort Paulschule für die Grundschule auf dem Eigen zu nutzen, werden wir ausdrücklich vom SPD Ortsverein Eigen unterstützt.

Gerne würden wir unser Anliegen in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen erläutern. Uns fehlt bis zum heutigen Tage die schlüssige Argumentation, bei der man nicht den Eindruck gewinnt, dass lediglich die Interessen einer Schulform berücksichtigt werden.

In Vertretung für die Schulpflegschaft der Paulschule

Michaela Baron & Andreas Gellhaus

Rat: Rede von Ratsherr Friedhelm Mersch vom 18.02.2014

(Es gilt das gesprochene Wort)

Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren.

Wenn das stimmt, was in der Zeitung stand, dass nämlich Herr Ketzer gesagt haben soll: “Wenn die Kirchhellener eine Realschule wollen, dann sollen sie es sagen.“, dann kann ich darauf nur antworten:

„Herr Ketzer, haben Sie nicht zugehört? Auch wenn Sie erst seit etwa 8 Jahren in Bottrop tätig sind, sollten Sie mitbekommen haben, dass die FDP mindestens seit 1999, als wir erstmals mit einem Sitz hier vertreten waren, und danach immer wieder diese Realschule für die Kirchhellener Bürger gefordert haben.“

Als Kompromiss wurde dann irgendwann die August-Everding-Realschule gegründet, mit der Aufforderung, die Kirchhellener könnten ja dann dort hingehen.

Herr Ketzer, und das sage ich auch allen anderen hier im Saal, die Auspendler zeigen es Ihnen doch sehr deutlich: Die Kirchhellener Schüler brauchen eine Realschule, und wenn das so nicht geht, dann eben eine Sekundarschule, in der eine gleichwertige Ausbildung und ein gleichwertiger Abschluss möglich sind.

Und wenn das dann eben eine Sekundarschule, nach dem Willen unserer Landesregierung, sein soll, dann bitte schön eine mit kooperativer Ausrichtung.

Und es ist eine Missachtung der Bürger in Kirchhellen, wenn Sie die erste Abstimmung dort so deuten, wie Sie es hier tun. Fast die Hälfte der Angesprochen zeigen Ihnen ihre Ablehnung durch >nicht antworten<. Auf der Straße würde man sagen: „Rutsch mir doch den Buckel runter mit deiner Sch… Schule.“

Das alleine sollte Ihnen schon zu denken geben. Diese Eltern werden ihre Kinder dahin schicken, wo sie es bisher getan haben, nach Gladbeck, Gelsenkirchen, Dorsten oder auch Bottrop eben.

Ja, und dann die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, die eindeutig zur kooperativen Ausrichtung tendiert. Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen. Auch wenn Sie die beiden anderen Summen zusammen zählen, ergibt das, zumindest bisher, keine Mehrheit. Um diese Schule einrichten zu können, müssen Sie schon in ganz Bottrop die Interessenten zusammen karren, damit Sie die geforderten 75 Kinder erreichen. Die Taxidienste werden sich freuen. Auf wessen Kosten wohl?

In Velbert hat es nur 34 Anmeldungen gegeben. In Hamburg hat eine Bürgerinitiative den Ratsbeschluss gestoppt, wo das Gymnasium gekippt werden sollte.

Wir bleiben bei dem Satz: Wir haben keine Einheitskinder und deshalb brauchen wir auch keine Einheitsschule.

Die FDP hält nichts von der Gleichmacherei und wirbt hingegen für ein differenziertes Schulsystem, weil es der Unterschiedlichkeit unserer Kinder besser gerecht wird.

Für die FDP bleibt es heute bei der Entscheidung, weiter für eine kooperative Sekundarschule zu werben, weil sie unseres Erachtens nach , jedenfalls zur Zeit, der einzig gangbare Weg ist, um ein Realschulangebot in Kirchhellen zu schaffen. Und genau das ist die mehrheitliche Forderung in Kirchhellen.

Diese Deutung war im Übrigen zu erwarten, hatte ich doch schon vor Wochen im Sommer im Hauptausschuss darauf hingewiesen, dass es eine Vorentscheidung ist, die Vorbereitungsgruppe von einer Gesamtschulbefürworterin leiten zu lassen. Das erwartete Ergebnis liegt vor uns, das musste ich gar nicht erst lesen.

Ein Wort noch an die Kirchhellener Bürger.

Selbst wenn die Sekundarschule in Kirchhellen nach dem Bürgerwillen und unserer Forderung eingerichtet wird, also mit einer kooperativen Ausrichtung, so haben Sie ja hoffentlich auch gelesen, dass die Befürworter der anderen Ausrichtung davon ausgehen, dass die Schule auch nach der Errichtung noch durch die Schulkonferenz selbst verändert werden kann. Ich wette, nein, Wetten lehne ich ab, ich gehe fest davon aus, dass nach einem, spätestens zwei Jahren, wenn die Erprobungsstufe zu Ende geht, die Schule umgewandelt wird in eine (teil-)integrierte Form.

Und daher ein Rat an Sie, liebe Kirchhellener, liebe Eltern der Kirchhellener Schüler, ich kann Ihnen nur raten, lassen Sie Ihre Finger von der neuen Schule. Melden Sie Ihre Kinder dort an, wo Sie es in der Vergangenheit gemacht haben. Dort wissen Sie, was läuft und was Ihnen da geboten wird.

Ich danke Ihnen.

(Friedhelm Mersch)

„Realschule hoch angesehen“

… so titelt die F.A.Z. am 31.01.2014.
Laut einer Umfrage von dimap in Baden-Württemberg habe „mehr als die Hälfte der über tausend repräsentativ Befragten dieser Schulform die beste Vorbereitung auf das spätere Berufsleben bescheinigt.“ Die Realschule genieße damit in der Bevölkerung offensichtlich ein ähnlich hohes Ansehen wie das Gymnasium. Die Gemeinschaftsschule sei hingegen nur halb so beliebt, ergab die Umfrage im Auftrage der CDU Landtagsfraktion.

Die FDP Bottrop vermisst eine vergleichbar klare Positionierung für Realschulen und Gymnasien durch die hiesigen CDU, denn eins ist klar:
immer wieder sieht man, dass die Menschen keine Einheitsschule wollen, wie zuletzt von der Linken hier in Bottrop gefordert. Nein, Herr Ferdinand: Kirchhellen braucht keine Gesamtschule!

Die Eltern legen klugerweise Wert auf eine gute Ausbildung ihrer Kinder, weil sie wissen, dass dies ein Schlüssel für ein gutes glückliches Leben ihrer Kinder ist. Und das geht bekannter Maßen eben am besten in guten Gymnasien, Haupt- und Realschulen. (jf)

SPD: Friedensangebot zur Sekundarschule (WAZ vom 31.01.2014)

„Und am Ende entscheidet ohnehin die Schulkonferenz.“. Das klingt jedoch wenig nach „Friedensangebot“, wie die WAZ titelt. Bei dieser Aussage der SPD kommt vielmehr die Angst der Genossen durch, die Sekundarschule in Bottrop gänzlich zu verlieren. Daher versucht die SPD nun scheinbar eine neue List: Die Eltern sollen durch die kooperative Form gelockt werden, damit die benötigten Anmeldezahlen erreicht werden. Ist die Schule dann einmal da, wird die Schulkonferenz sie nach ideologischen Gesichtspunkten umgestalten. Das ist schäbig, liebe SPD! (am)

WAZ vom 31.01.2014

Betr: ‚Sekundarschule: Votum der Eltern‘ (WAZ vom 18.01.2014)

Pressemitteilung

(20.01.2014) Die FDP Fraktion im Rat der Stadt Bottrop zeigt sich empört über die Reaktion der Schulaufsicht und der Vorbereitungsgruppe auf das Votum der Eltern.

„Umfragen bergen für den Fragesteller immer das Risiko, dass am Ende nicht das gewünschte Ergebnis herauskommt. Man sollte aber dann so viel Anstand besitzen, das Ergebnis in seiner Form zu akzeptieren.“, so Oliver MIES, schulpolitischer Sprecher der FDP. So sei aus Sicht der Liberalen nicht nachvollziehbar, dass trotz eines Ergebnisses von 54% für eine kooperative Sekundarschule dennoch an der teilintegrierten Form (24%) festgehalten werden soll.

Gerade für die Eltern von Realschulkindern könne eine teilintegrierte Sekundarschule in Kirchhellen keine sinnvolle Alternative sein. So würden diese Kinder auch in Zukunft weiterhin in die umliegenden Städte auspendeln, so die Liberalen. Denn während eine Mehrheit die Sekundarschule in Kirchhellen ablehne, was durch das fehlende Interesse bei der Teilnahme an der Umfrage zu erkennen sei, reiche das Interesse an einer teilintegrierten Schule nicht aus, um drei Eingangsklassen zu bilden.

„In der Frage der Schulbildung unserer Kinder wird der Elternwille mit Füßen getreten“, führt Mies weiter fort. „Die hier dargestellte Haltung zeigt wieder einmal mehr, dass es den Verantwortlichen ausschließlich um die Durchsetzung ihrer Ideologien geht. Elternwille und das Wohl des Kindes nehmen hier augenscheinlich nur eine untergeordnete Rolle ein.“.

Die Liberalen werden sich weiter dafür stark machen, dass in der Bildungsfrage nicht über die Köpfe der betroffenen Eltern hinweg entschieden wird. (ame)