Systematische Benachteiligung von Gymnasien und Realschulen

Die FDP informiert:
systematische Benachteiligung von Gymnasien und Realschulen

Schwarz-rot-grün behauptet, durch den Schulkonsens keine Schulform förmlich verbieten zu wollen. Durch Schulschließungen vor Ort, die oft gegen den Elternwillen von einer Ratsmehrheit und der Verwaltung vorangetrieben werden, trocknen aber faktisch in einem schleichenden Prozess der Benachteiligungen immer mehr Schulstandorte der ideologisch nicht gewollten Schulformen des gegliederten Systems aus.

Leider auch bei vielen heute absolut intakten Standorten, also nicht nur dort, wo es objektive Probleme bei Anmeldezahlen oder der Akzeptanz einer Schule gibt. Das Land fördert aktiv das Vorgehen des Schulträgers und ködert alle Beteiligten des Schullebens – Schüler, Lehrer, Eltern, Schulträger – mit Privilegien, wenn sie Sekundarschulen einrichten und besuchen.

Die Meinung der FDP dazu ist eindeutig: Der Schulkompromiss von CDU, SPD und Grünen ist in Wahrheit eine Verabredung von drei Parteien zum Umbau der Schullandschaft zu einem integrierten und inklusiven Bildungssystem. Die FDP im Land und in Bottrop kämpft dafür, alle Schulformen zu erhalten, für die es in einem fairen Wettbewerb Nachfrage von Eltern gibt, die ihre Kinder dort anmelden.

Konkret finden wir unfair:

1.    Klassengrößen

Schüler sollen mit kleineren Klassen und besseren Lernbedingungen gewonnen werden:

  • Der Klassenfrequenzrichtwert beträgt an Gymnasien und Realschulen heute 28 Schüler. Darüber hinaus gibt es eine sogenannte Bandbreite zur Klassenbildung (26 bis 30 Schüler), die eher Richtwertcharakter hat. Die Schulaufsicht gestattet nämlich faktisch großzügige Abweichungen, insbesondere nach oben. In vielen Großstädten hat ein Drittel der Klassen an Gymnasien und Realschulen 30 Schüler oder mehr. Auch Klassengrößen von 32 bis 35 Schülern kommen häufiger vor.
  • Der Klassenfrequenzrichtwert an Sekundarschulen liegt demgegenüber bei 25. Eine Bandbreite ist für Sekundarschulen noch nicht per Verordnung verankert. Laut Bezirksregierung sollen aber 30 Schüler pro Klasse nicht überschritten werden.
  • An Sekundarschulen ist ferner für Maßnahmen der individuellen Förderung noch darüber hinaus ein Zuschlag von 0,5 Wochenstunden je Klasse vorgesehen. Zwei Klassen zusammen können also für bestimmte Schülergruppen jede Woche eine Stunde an zusätzlichen Förderangeboten vorhalten, wovon Gymnasien und Realschulen mit ihren größeren Lerngruppen nur träumen können.

2.    Lehrerarbeitszeit

Lehrer sollen mit einer geringeren Unterrichtsverpflichtung dafür gewonnen werden, ihre Schule in eine Sekundarschule umzuwandeln oder an eine solche an einem anderen Standort zu wechseln. Lehrer werden hier mit der Belohnung einer „4-Tage-Woche“ gelockt, um für eine Sekundarschulumwandlung zu sein:

  • Für Lehrer an Realschulen beträgt die Unterrichtsverpflichtung trotz der dort besonders großen Klassen weiterhin 28 Pflichtstunden, für Lehrer an Sekundarschulen aber nur 25,5 Pflichtstunden.
  • Parallel werden Lehrern von der Schulaufsicht massive disziplinarische Konsequenzen angedroht, wenn sie sich in der Schulkonferenz oder in Initiativen für den Erhalt ihrer heutigen Schule einsetzen und sich gegen eine Umwandlung in eine integrierte Schule aussprechen.

3.    Ganztagsgarantie

Eltern sollen damit angelockt werden, dass Sekundarschulen und Gesamtschulen über eine Ganztagsgarantie verfügen (automatische Zuschläge)

  • Im laufenden Schuljahr 2011/2012 sind 23% der Gymnasien und Realschulen in NRW Ganztagsschulen, aber 100% der Gesamtschulen und Gemeinschaftsschulen.
  • Für diesen Ganztagsbetrieb erhalten die Schulen dann einen 20-prozentigen Ressourcenzuschlag.

Unser Fazit:

Rot/grün ist so wenig von der Sekundarschule überzeugt, dass diese sich gerade nicht auf Augenhöhe einem fairen Wettbewerb mit Gymnasien und Realschulen stellen soll. Die Sekundarschule wird hoch subventioniert mit Privilegien gegenüber Realschulen und Gymnasien.

Die Bottroper FDP möchte die gut funktionierenden Gymnasien und Realschulen in unserer Stadt dauerhaft erhalten.

  • Vermerk Landtagsfraktion: systematische Benachteiligung von Gymnasien
    und Realschulen [ → hier]