Schulentwicklung: FDP fordert Bürgerinformation

(16.09.2012) FDP Bottrop fordert überparteiliche Informationsveranstaltung für Alle!

In der Schulausschusssitzung vom Dienstag, den 4.September 2012 lehnten SPD und CDU den Antrag auf Veranstaltung einer öffentlichen, nicht parteigebundenen Informationsveranstaltung zur Schulentwicklungsplanung in Bottrop ab.

Begründet wurde diese Entscheidung u.a. damit, dass zu diesem Zeitpunkt keine Notwendigkeit erkennbar sei und „die Eltern in einem halben Jahr wieder alles vergessen“ hätten, so die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Frau Palberg.

Pikant, dass schon am nächsten Tag eine solche Veranstaltung mit einem städtischen Referenten seitens der SPD angekündigt wurde. Auch die CDU hat mittlerweile eine eigene Veranstaltung mit einem städtischen Referenten durchgeführt. Vielleicht bleiben ja ideologisch geprägte Informationen besser im Gedächtnis haften?

Bei unseren Gesprächen mit besorgten Eltern und Lehrern und bei unseren Besuchen in verschiedenen Schulen klang das ganz anders:

  • Was wird aus unserer Schule?
  • Kann auch das jüngere Geschwisterkind noch die Realschule besuchen?
  • Warum fragt man nicht die Realschuleltern, was sie von „ihrer“ Schule halten?
  • Glaubt man wirklich, das Auspendeln zu den Realschulen in Dorsten und Gladbeck durch die Einrichtung von Sekundarschulen verhindern zu können?
  • „Dann bleibt uns nur noch kleine (Sekundarschule) oder große Gesamtschule!
  • Deutschland braucht die beste Bildung für seine Kinder, Defizite können nicht durch Gleichmacherei behoben werden!
  • Unsere Schule ist gut. mein Kind ist hier glücklich und wir Eltern sind zufrieden. Warum will man das kaputtmachen?
  • Die Kinder sind so unterschiedlich, das funktioniert doch nicht mit der Einheitsschule

Diesen Fragen muss sich die Bottroper Schulpolitik stellen und dazu braucht es ein neutrales Forum. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung, die nicht parteigebunden ist, hätten Eltern, Lehrer und alle interessierten Mitbürger die Möglichkeit, sich an der Schulentwicklungsplanung zu beteiligen, Fragen, Ängste oder Kritik zu äußern. Für ein realistisches Meinungsbild reicht die biregio Elternbefragung nicht aus!

Man muss sich schon fragen, warum der Aufruf zur Mitarbeit beim Haushaltssanierungsplan angebracht ist, aber Bürgerbeteiligung bei der Entscheidung über die Zukunft der Bottroper Kinder und ihrer Bildungswege hingegen nicht? Und da reicht es nicht, wenn Schulen und Eltern während der Sommerferien Stellung nehmen dürfen.

In der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Schulausschusses ist eine Veranstaltung zur Information der Öffentlichkeit fest vereinbart worden. Diese muss vor der Beratung des SEPs stattfinden, damit auch noch andere Ideen einfließen können! Oder plant man ohnehin, die Vorschläge von biregio eins zu eins zu übernehmen?

Die FDP fordert die Verwaltung auf, umgehend die Bürger, Eltern und Lehrer über ihre Pläne zu informieren und mit ihnen zu diskutieren. Dazu werden wir einen Antrag im Rat stellen. Wir fordern eine unabhängige Informationsveranstaltung mit einem Podium, das das vorhandene Meinungsspektrum widerspiegelt und das Eltern, Lehrern und interessierten Bürgern genügend Raum zu einer freien Diskussion lässt. Ein grundlegender Systemwechsel in der Schulpolitk darf nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden!