Zukunftsentwicklungen

Quelle: Institut für Pädagogik und Zukunftsforschung IPZF]

„Der hochqualifizierte Nachwuchs wird auch in den kommenden Jahren fehlen: Beim OECD-Bildungsbericht von 2007 rutschte Deutschland im weltweiten Vergleich von Rang 10 auf Rang 22 ab. Nur 32 Ingenieure kommen hierzulande auf 1.000 Menschen eines typischen Abschlussjahrgangs – in vielen OECD-Ländern sind es dagegen 44. Aber nicht nur bei naturwissenschaftlich-technischen Fächern ist die deutsche Absolventenquote im OECD-Vergleich gering, sondern auch bei allen anderen akademischen Qualifikationen: Deutschland konnte wohl in den letzten zehn Jahren die Zahl der Studenten um 5% steigern – aber die 29 anderen wichtigsten Industrienationen taten dies im Schnitt um 41%. Problematisiert wurden in der OECD-Studie auch die niedrige Abiturientenquote und der hohe Anteil der Studienabbrecher in Deutschland.

In Asien wächst hingegen das Angebot an Hochschulabsolventen in allen für die Wirtschaft relevanten Fächern nahezu explosionsartig an: So verließen im Jahr 2006 rund 700.000 neu ausgebildete Ingenieure und Naturwissenschaftler die Universitäten Indiens; in China waren es 550.000. Die Zahl der Abgänger in beiden Ländern lag damit dreimal so hoch wie die Zahl der entsprechenden Abgänger in den Vereinigten Staaten. In Deutschland werden pro Jahr gerade einmal 40.000 Informatiker, Techniker und Ingenieure ausgebildet. Alle Fächer eingerechnet, erhielten 5,7 Mio. Inder und Chinesen 2005 einen Universitätsabschluss. Im Jahr 2025 wird China mehr Studenten haben als Europa und die USA zusammen – trotz abnehmender Bevölkerung. Darüber hinaus hat sich der Anteil Chinas an den weltweiten FuE-Aufwendungen auf knapp 11% (2004) erhöht.“